Unser Vermieter meinte, ich müsste den Rasen mähen, weil sonst später zu viele Pusteblumen ihre Samen auch auf seinen Rasen verteilen. Dabei sehen die gelben und später weißen Punkte auf dem Rasen doch so schön aus. Ganz zu schweigen von der Nahrungsquelle für die vielen Insekten – schließlich möchte ich keinen toten englischen Rasen in meinem Garten haben.
Also habe ich mich an meinen Löwenzahn-Marmeladen-Versuch vier Jahre zuvor erinnert. Damals habe ich auf der Dachterrasse nur wenige Blüten gesammelt und hatte trotzdem ein super leckeres Ergebnis. Nun habe ich eine ganze Wiese zum Sammeln. Es kann also nichts schief gehen, oder?
Ein Blick in die Vorratsschränke zeigt mir: Ich habe nicht alle Zutaten. Und nun?
Ruhig bleiben. Umschauen. Und dann einfach das nutzen, was da ist. Denn wenn ich jetzt alles auf später verschiebe, bis ich alle Zutaten beisammen habe, wird das nix mehr. Dann wird es so schnell weder Honig noch Marmelade geben.
Zutaten
Folgende Zutaten habe ich in meinen Vorratsschränken gefunden:
- 60 g Löwenzahnblüten
- 3x 4-Blatt-Spitzen Zitronenmelisse
- 500 ml Wasser
- 350 ml milder Orangensaft mit Fruchtfleisch
- Zitronensaft-Extrakt (”Fertigzitrone”)
- 350 g Rohrzucker
- 120 g normaler Zucker
benötigte Zeit
- Beim Sammeln der Löwenzahnblüten hatte ich gar nicht auf die Uhr geschaut. Vielleicht hat es ca. 30 min gedauert. Die Wiese in meinem Garten war voll, da musste ich nicht weit laufen oder lange suchen, sondern einfach nur die schönsten Blüten auswählen.
- 30 min zum Pulen der Löwenzahlblüten
- Achtung: ohne Handschuhe sind die Daumennägel nach dem Zupfen / Pulen ziemlich braun. Da lohnt sich dann vielleicht doch ein Nagellack, um die verräterischen Spuren zu verdecken.
- Wasser, Orangensaft, Zitrone und Zucker zugeben, aufkochen und 10 min köcheln lassen ⇒ noch sehr flüssig ⇒ noch mind. eine Stunde auf Herd Stufe 1 köcheln lassen
- kein Gelierzucker im Haus und zu faul, um noch mal loszufahren ⇒ Reste aus dem Schrank verwendet: Rohrzucker + raffinierter Zucker. Dazu im zweiten Teil (nach den 10 min) länger Einkochen lassen
- kein Pürierstab im Haushalt vorhanden ⇒ dann fällt das Pürieren einfach aus. Dafür bleibt später das ein oder andere Blütenblatt zwischen den Zähnen hängen 😁😬🧐😷
- von Samstagabend bis Montagvormittag im Kühlschrank = ca. 1.5 Tage
- dann richtig aufgekocht (Herd Stufe 5 von 9) und ca. 30 min köcheln lassen (Herd Stufe 3 bis 2) ⇒ Flüssigkeit fängt an zu gelieren → nicht fest aber fest genug, um den Schritt / das Umfüllen ins Glas zu wagen
Ergebnis
- 2 kleine Gläser randvoll
- ein bisschen Rest in einer Schüssel → Ein erster Test zeigt, dass dieser Rest zähflüssige Honigkonsistenz hat, nichts läuft vom Brot 🤗


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