Die Geschichte hinter der Regenmantel-Geschichte

Die Geschichte über den dunkelblauen Regenmantel mit weißen Gänseblümchen entstand im Sommer 2022. Doch der Weg von der ersten Idee bis zum letzten Punkt ist lang. Insgesamt gute vier Jahre dauert es, bis die erste Rohfassung der Regenmantel-Geschichte vorlag. Warum so lang und was es brauchte, um sie zu beenden? Lest selbst 😉

Ursprung der Regenmantel-Geschichte

Ein Schreibkurs an der Ulmer Volkshochschule gab 2018 den Anstoß. Die Aufgabe: „Schreibe eine Geschichte aus Sicht eines Gegenstandes.“ Ein Thema, bei dem viele andere laut aufstöhnen. Bei mir hingegen fangen die Augen an zu leuchten. Perspektivwechsel. Dingen eine Stimme geben, die sonst nicht gehört werden. Wie toll!

Und wie gut, dass mir wenige Wochen zuvor ein Regenmantel im Kaufhaus über den Weg gelaufen ist. Dunkelblau mit Gänseblümchen. Er hat mich gerade zu angeschrien: „Nimm mich mit!“ Das war also der perfekte Gegenstand. Gedacht, geschrieben, Lob bekommen.

Was „Das Pudeling von Stralsund“ mit der Regenmantel-Geschichte zu tun hat

Vier Jahre lag die Geschichte mehr oder weniger tief im Rechner vergraben. Immer wieder mal hat sie mich angelächelt, als ob sie sagen wollte: „Da gibt es noch viel mehr zu erzählen.“ Doch so recht kamen keine konkreten Ideen. Die Muse hat mich nicht geküsst. Zu viele andere Ideen und Projekte, die ihren Raum eingenommen haben.

Als ich im Sommer 2022 jedoch einen Abstecher in die heimische Buchhandlung in Grimmen machte, rückte die Regenmantel-Geschichte wieder in den Fokus, denn ich entdeckte dort „Das Pudeling von Stralsund“ von Dorina Kasten und Regina B. Apitz. Eine kurze Geschichte in einem fünfzig-Seiten-Büchlein. Dazu farbige Illustrationen und hochwertiges Papier. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Es muss gar nicht immer der ewig lange Roman sein, um ein Buch zu verkaufen.

Was eine Erkenntnis. Da habe ich früher in der Schule schon immer mit Mühe und Not in vorgegebene Anzahl an Wörtern in Aufsätzen geschafft, bringe auch jetzt die Dinge lieber kurz und knapp auf den Punkt, warum also nicht auch meine Geschichten? Plötzlich sah ich Möglichkeiten, die es vorher gar nicht gab.

Eine Insta-Challenge gibt der Regenmantel-Geschichte einen Schubs nach vorne

Wie gerufen kam da die #campnanowrimo-Challenge von Rebekka Behrendt im Juli 2022. 31 Tage, ein selbstgesetztes Ziel gepaart mit Insta-Motivation. Mein Ziel: Die Regenmantel-Geschichte weiterschreiben, jede Woche einen Abschnitt hier auf meinem Blog und auf Instagram im Rahmen des #leselustfreitag von Kathrin Michels veröffentlichen und am Ende ein kleines Regenmantel-Heftchen in Händen halten.

Die ersten sieben Tage der Challenge liefen super. Jeden Tag habe mindestens mein Minimalziel von zehn Minuten schreiben geschafft, 1700 Wörter waren geschrieben und die ersten Beiträge auf meinem Blog veröffentlicht. Dann kam der Sommerurlaub.

Ausgebremst

Eine Woche lang nichts geschrieben – zumindest nicht an der Regenmantel-Geschichte. Vorher dachte ich noch, wenn ich am Strand liege, kann ich ja schreiben. Oder vormittags, bevor es zu irgendeinem Ausflug geht. Wenigstens ein bisschen. Aber nichts dergleichen geschah. Gut, ich hatte ja auch Urlaub und zumindest für die Urlaubswoche vorgeschrieben. Dann geht es eben die Woche drauf weiter.

Aber auch da war nach einem zögerlichen Wiedereinstieg in die Challenge die Luft schnell wieder raus. Der #leselustfreitag kam und ging ohne Neues vom Regenmantel. Stattdessen eine faule Ausrede, dass der Regenmantel noch im Urlaub wäre. Die Luft war raus, der Zauber der Insta-Challenge verflogen.

Was die Trave mit der Regenmantel-Geschichte zu tun hat

Okay, manchmal ist das einfach so. An dieser Stelle hätte ich alles in die Ecke schmeißen und einfach aufgeben können. Interessiert ja eh niemanden. Aber ich habe weiter gemacht. Ich habe für den Moment akzeptiert, dass die Luft raus war und mich dann zurückerinnert, warum ich das eigentlich mache. Warum möchte ich diese Regenmantel-Geschichte schreiben? Wie gut, dass ich im Workbook von Rebekkas Insta-Challenge genau das ausgefüllt habe. So musste ich einfach nur die richtige Seite aufschlagen und lesen.

Doch das alleine war noch nicht genug. Irgendetwas blockierte mich noch. In solchen Fällen hilft mir ein Spaziergang. Raus an die frische Luft. Ein bisschen Wald. Ein bisschen Wasser. In diesem Fall ging es an die Trave. Bei bestem Sommerwetter. Mit dabei ein Handtuch und alle bisherigen Teile der Geschichte.

So saß ich im Sonnenschein am Flussufer und habe mir meine eigene Geschichte laut vorgelesen. Einziger Zuhörer: die Diktierfunktion im Handy. Und was soll ich sagen. Beim Lesen habe ich so mitgefiebert, dass ich wieder drin war. Ich war wieder Teil meiner eigenen Geschichte. Die Ideen, wie es weitergehen könnte, kamen von ganz allein. Die weißen Blätter füllten sich wieder. Die nächsten #leselustfreitage waren gerettet.

Wie es weiter geht?

Das große Finale der Regenmantel-Geschichte veröffentlichte ich am 9. September. 4000 Wörter waren geschrieben. In etwa so viele, wie in „Das Pudeling von Stralsund“. Genug, um daraus ebenfalls ein kleines Büchlein drucken zu lassen. Doch dafür ist die Geschichte noch nicht rund genug. Es ist lediglich eine erste Rohfassung. Denn jetzt, wo ich das Ende kenne, verdient der Anfang definitiv eine Überarbeitung. Noch dazu braucht es die ein oder andere Illustration und ein Buchcover. Und die Entscheidung, ob es wirklich gedruckt oder nur als Ebook veröffentlicht wird. Doch all das zu einem späteren Zeitpunkt. Jetzt freue ich mich erstmal, dass ich es bis hierher geschafft habe 🙂

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