Zyklusrückblick: Eine Alternative zum Monatsrückblick

Aktualisiert am 4. November 2022

Ich bin ein zyklisches Wesen. Alle 28 plus minus X Tage beginnt ein neuer Zyklus. Dabei besteht jeder Zyklus aus verschiedenen Phasen, in denen ich mich entweder offen nach außen präsentiere oder mich lieber nach innen zurückziehe. Und diese Phasen stimmen nun mal nicht immer mit dem vom Menschen (Mann?) definierten Monatsrhythmus überein. Warum sollte ich mich also zum Monatsende hin unter Umständen quälen, nur damit es einen Rückblick gibt? Warum bleibe ich stattdessen nicht bei mir und verfasse zum Ende eines jeden Zyklus einen Zyklusrückblick?

Wann ist der beste Zeitpunkt für den Zyklusrückblick

Betrachte ich meinen Zyklus, bin ich nicht in jeder Phase gleich produktiv. Während der Tage, im Zykluswinter, ziehe ich mich gerne zurück, bleibe lieber für mich und brauche so gut wie keine Kontakte. Nach den Tagen, im Zyklusfrühling, traue ich mich wieder hinaus – mit neuen und alten Ideen. Ich bin produktiv, erschaffe, setze um und treffe Leute. Das geht so bis zum Höhepunkt, dem Zyklussommer. Danach ziehe ich mich mehr oder weniger schnell in mein Schneckenhaus zurück, um mich im Zyklusherbst auf den Winter vorzubereiten. Anschließend geht alles wieder von vorne los.

Und genau dieser Wechsel von Herbst zu Winter ist für mich seit neuestem der beste Zeitpunkt für einen Rückblick. Ich schaue zurück auf den vergangenen und voraus auf den nächsten Zyklus. Ich bin sowieso schon nach innen gekehrt, im Nestbautrieb, im Hinterfragen, im Analysieren. Genau die Fähigkeiten, die man allgemeinhin auch für einen Monatsrückblick braucht – vielleicht ohne den Nestbautrieb.

Zyklusrückblick = Monatsrückblick?

Inhaltlich gibt es zwischen dem Monats- und Zyklusrückblick keine Unterschiede. Was geschehen ist, kann ich sowohl rückblickend für einen Monat als auch für einen Zyklus betrachten. Fällt das Zyklusende zufällig auf das Monatsende, sind die Rückblicke sogar ziemlich identisch. Hinzu kommt, dass ich mich mit vielen anderen vergleichen kann, die einen Monatsrückblick verfasst haben. Ich passe in die vorgedruckten Formulare. Alles gut.

Doch was tun, wenn das Monatsende auf den Zyklusfrühling oder -sommer fällt? Wenn ich mitten in der Schaffensphase bin? Innehalten, weil man das so macht? Weil alle das so machen? Weil zum Beispiel irgendwer im Arbeitsleben Zahlen von mir erwartet?

1 Jahr, 12 Monate 365 Tage. Ein vorgegebener Zeitrahmen, in den alle Welt ihre Aufgaben packt. Ein Konstrukt, das alles einfacher und vergleichbarer machen soll. Damit Hinz und Kunz die Monate April und August vergleichen können. Doch auch ein Monat hat wie der weibliche Zyklus unterschiedlich viele Tage: mal 30, mal 31 Tage und einmal nur 28 bzw. 29 Tage. Hinzu kommen Feiertage – mal mehr, mal weniger. Die Produktivität lässt sich dann doch gar nicht vergleichen, oder? Wozu sammeln wir also Zahlen, Daten, Fakten, wenn jeder Monat genauso individuell ist wie ein Zyklus? Und welche Informationen sind wirklich sinnvoll zu vergleichen? Fragen über Fragen, die ich jetzt nicht klären kann und wohl an anderer Stelle oder zu späterer Zeit nachholen muss.

Nachteile des Zyklusrückblicks

Betrachtet jede ihren eigenen Zyklus, mag die gemeinschaftliche Monatsendestimmung flöten gehen. „Juchu (oder Schade), wieder ein Zyklus geschafft“ lässt sich mit weitaus weniger Menschen teilen, als „Juchu, der Januar ist rum“. Auf den ersten Blick fallen natürlich die Männer weg – knapp 50% der Bevölkerung. Dann die Kinder – weitere X%. Und schließlich alle Frauen ohne Zyklus (aus diversen Gründen) – noch mal Y%. Zu guter Letzt scheiden auch all die Frauen aus, die sich in einer anderen Zyklusphase als meiner befinden. Wie viele mögen am Ende übrig bleiben? Und erreiche ich genau diese mit meinem Zyklusrückblick?

Andererseits zeigt es auch, wie unterschiedlich wir alle sind. Jede hat ihren eigenen Zyklus. Und jede muss / darf diesen für sich selbst herausfinden. Doch der Weg hierhin ist nicht immer leicht. Zu präsent sind die Monate und ihre Rückblicke in unserem Alltag. Sie verschleiern unseren wahren Zyklus. Pressen uns in ein Schema, damit wir alle vergleichbar sind. Schwierig. Sehr schwierig. Und was ist mit denen, die keinen typischen weiblichen Zyklus haben? Halten die sich dann doch an die Monate? Oder finden sie ihren ganz eigenen Rhythmus?

Fazit

Ich für mich bleibe vorerst beim Zyklusrückblick und bringe am ersten, spätestens zweiten Zyklustag meine Statistiken auf den neusten Stand, plane meine nächsten Schritte und versuche dabei die Monate nicht aus dem Blick zu verlieren. Ob und wie lange es mir gelingt? Wir werden sehen. Vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen Tipp für mich? Dann immer her damit. In den Kommentaren ist genug Platz dafür 😉

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