Zum Geschichtenschreiben gehört mehr als das Schreiben

Es gibt Phasen, da fließen meine Gedanken nur so zu Papier. Seite um Seite füllt sich dann mein Notizbuch. Da wird philosophiert und gejammert, es werden Zeitungsschnipsel eingeklebt und neue Blogideen entsponnen. Alles ganz einfach. Ohne langes Überlegen.

Doch geht es ums Geschichtenschreiben, wie z. B. über den Regenmantel oder Bruno Bär, wird es schwierig. Jedes zweite Wort wird abgewogen. Direkt beim Schreiben verfalle ich ins Überarbeiten. Das sonst so leichte Dahinfließen ist blockiert. Ausgebremst von der Vorstellung, dass andere das Resultat lesen.

Die Geschichte soll perfekt sein, beim Lesen Spaß und Freude bringen und in fremde Welten eintauchen lassen. Doch dazu braucht es nicht nur den Text. Das Drumherum ist mindestens genauso wichtig. Schön wären Hochglanzbilder, selbst gemalt oder fotografiert. Immer passend zur Szene. Noch besser wirkt die Geschichte auf griffigem Papier, welches Seite um Seite umgeblättert wird. Es soll ein Erlebnis sowohl für den Leser als auch für mich als Autorin entstehen.

Und dieses Erlebnis soll schnell fertig werden, damit ich mich meinen 100000 anderen Ideen widmen kann. Ich will nicht wochenlang am Text feilen, nur um dann weitere Wochen an den Illustrationen zu sitzen. Zu hohe Ansprüche? Vielleicht. Bestimmt sogar. Doch wollen wir es nicht alle irgendwie schön und einfach um uns herum haben – gerade in Zeiten von Pandemie, Krieg, Inflation und angedrohten kalten Heizkörpern im Winter? Warum sollte das Geschichtenschreiben da eine Ausnahme sein?

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