Neues vom Regenmantel: Niemand findet mich

Puh, so langsam könnte mal wieder eine vorbei kommen. Und sei es nur zum Anprobieren und Weghängen. Dass die Verkäuferinnen mich aber auch in die hinterste Ecke gehängt haben. Nicht mal richtig hell ist es hier. Die Scheinwerfer strahlen links und rechts von mir und über mir. Als ob die unifarbenen, kastenförmigen Regenjacken so viel toller sind.

Ich dagegen strahle mit meinen vielen kleinen Gänseblümchen auf dunklem Blau. Ein Zugband in der Taille, um der Trägerin die reizende Sanduhrform zu verpassen. Und meine Kapuze nicht zu vergessen. Für alle Wetter gewappnet. Von Kopf bis Oberschenkel bleibt alles trocken. Versprochen.

Doch so weit komme ich ja gar nicht. Stattdessen versauere ich in dieser dunklen Ladenecke. Und wenn mich doch mal eine findet, geht sie schnell an mir vorbei und greift zu einer dieser unifarbenen Jacken.

Wenn das so weiter geht, werden sie mich ins Lager verbannen. Da findet mich dann wirklich niemand mehr. Als sie mich auspackten, konnte ich einen Blick hineinwerfen. Dort ist es stockfinster und lauter Kartons stehen da im Weg. Und die Klamotten hängen dicht an dicht gepresst auf Stangen. Nein, so möchte ich nicht enden. Platt gedrückt zwischen ollem Pelzmantel und schnöder Jeansjacke? Nein, nein, nein!


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