Neues vom Regenmantel: Zu heiß

Der dunkelblaue Regenmantel mit seinen weißen Gänseblümchen ist auf der Suche nach der Richtigen, um endlich der dunklen Ladenecke zu entfliehen. Er möchte raus in die Natur, Wind und Wetter spüren, und nicht mehr diesen unvorteilhaften unifarbenen Kastenjacken den Vortritt lassen. Was dem Regenmantel auf seinem langen, oftmals einsamen Weg durch den Kopf geht? Lest selbst 😉


Nichts los. Niemand kommt vorbei. Nicht mal die Verkäuferinnen trauen sich in meine Ecke. Und vor dem Fenster da hinten am anderen Ende des Ladens passiert auch nichts. Seit Stunden dieses elende, strahlende Blau. Nicht eine Wolke zog vorbei. Nicht mal eine Schleierwolke.

Ah, da ist ja doch noch eine Verkäuferin mit Kundin im Schlepptau. Och nö, das ist ja nur die aus der Männerabteilung. Denen ist wohl auch langweilig, dass sie hier vorbeispazieren.

«Was eine Hitze da draußen. Zum Glück läuft hier drin die Klimaanlage.»
«O ja», stöhnt die andere. «Heut morgen im Radio haben sie schon von einem Jahrhundertsommer gesprochen.»

Na toll. Das hat mir gerade noch gefehlt. Wer kauft denn bei dreißig Grad im Schatten einen Regenmantel? Diejenige muss schon lebensmüde sein. Allerdings möchte ich bei solchen Temperaturen auch nicht getragen werden. Wer weiß, ob ich das überlebe. Vielleicht schmelze ich in der Sonne einfach so dahin. Und wenn nicht, verteilt sich überall dieser nasse, klebrige Schweiß der Frau. Puh, den Gestank werde ich doch nie mehr los! Dann doch lieber hier in der dunklen Ecke versauern.


Noch mehr vom Regenmantel

Es ist erstaunlich, was ein Regenmantel auf der Suche nach der richtigen Trägerin erleben kann. Ihr seid neugierig geworden? Dann klickt und lest euch durch seine restlichen Gedanken:

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